ظاهر، صدا، جوهر – روشن‌سازی نظری برای یافتن جهت در اندیشهٔ سیاسی (ترجمه از آلمانی) + متن آلمانی نوشته

پنجشنبه, 8ام خرداد, 1404
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پروفسور داود غلام آزاد(*)

داوود غلام آزاد

ترجمه از آلمانی با کمک هوش مصنوعی

در زمانهٔ بحران‌های سیاسی و فروپاشی‌های نمادین، تمایز میان حقیقت و فریب، اصالت و ظاهر، و واقعیت و تبلیغاتی که خود را به‌جای حقیقت می‌نشانند، ضرورتی بنیادین می‌یابد. تجربهٔ تاریخی ایرانیان از انقلاب ۱۳۵۷ تا امروز، این نیاز را به‌شدت آشکار کرده است. آن‌چه به‌ظاهر می‌درخشد، الزاماً طلا نیست؛ و هر ترانه‌ای، هرچند خوش‌آهنگ، الزاماً حامل حقیقت نیست – آن‌چه ظاهرا اهمیت دارد، خودِ خواننده است، نه فقط آواز.

«خواننده، نه ترانه»

این ضرب‌المثل، به‌ویژه در تجربهٔ مواجهه با وعده‌های آیت‌الله خمینی در نوفل‌لوشاتو، معنای سیاسی عمیقی می‌یابد. گفته‌های او در پاریس، سرشار از زبان آشتی، آزادی و تساهل بود؛ اما پس از رسیدن به قدرت، اصل بنیادین نظام جدید چنین تعریف شد: «حفظ نظام از اوجب واجبات است». این تغییر جهت، نشانگر آن است که ظاهر گفتار (ترانه) تا زمانی ارزش دارد که خواننده، یعنی صاحب قدرت، به آن پایبند بماند.

«آن‌چه می‌درخشد، طلا نیست»

در سیاست، گاه اشخاص یا ایدئولوژی‌هایی درخشش فریبنده‌ای دارند؛ اما آن‌چه اهمیت دارد، جوهر آنهاست. درخشش ظاهری وعده‌های انقلابی و عدالت‌طلبانه، اگر با ساختارهای سلطه‌گر و »مرده‌پرستی« (عشق به هر چه بیجان است) آمیخته باشد، راه به آزادی نمی‌برد.

نیاز به معیارهای تصمیم‌گیری بیوفیلی (عشق به زدگی)

برای برون‌رفت از بن‌بست‌های استبدادی، نیازمند معیارهایی هستیم که زندگی‌محور، خلاق، و انسان‌مدار باشند. اریش فروم، روانکاو و متفکر اجتماعی، در کتاب‌هایی چون «داشتن یا بودن»، بر دو گرایش بنیادین در انسان تأکید می‌کند: یکی گرایش به زیستن و دگرگونی (بیوفیلی یعنی عشق به زندگی) ، و دیگری گرایش به مرگ، نظم خشک، و سلطه (نکروفیلی یعنی عشق به هر چه بیجان است).

بر این اساس معیارهای تصمیم‌گیری در سیاست پوینده باید بیوفیلی باشند – به زندگی، گفت‌وگو، تنوع و تحول وفادار بمانند. سیاست‌هایی که تنها به بقای نظام، طرد دگراندیشان، یا یک‌دستی اجتماعی می‌اندیشند، از جنس نکروفیلی هستند.

»داشتن» در برابر «بودن» – سیاستِ مرگ محور در برابر سیاستِ زندگی محور

فروم در تمایز میان  شیوه زندکی مبتنی بر اصل  داشتن و بودن، می‌نویسد: در «شیوهٔ داشتن»، انسان خود را با مالکیت، کنترل و سلطه تعریف می‌کند. اما در «شیوهٔ بودن»، انسان با تجربه، رابطه، خلاقیت و گفت‌وگو معنا می‌یابد. این دو نوع شیوه زیستن متنی بر دو طرح متفاوت از عزت نفس انسان میباشند. نظام‌هایی که بر اساس ترس و مالکیت شکل گرفته‌اند، به سیاست نکروفیلی، یعنی عشق به هر چه بیجان است، دامن می‌زنند؛ در حالی که سیاستی دموکراتیک، مشارکتی و آزادانه، بر مبنای بودن وعشق به هر چه زنده است شکل می‌گیرد..

نمونهٔ عینی این تفاوت را می‌توان در انقلاب ۱۳۵۷ دید: توده‌ها با امید به آزادی برخاستند، اما نتیجه، نظامی شد که به‌جای تحقق «بودن» و گفت‌وگو، بر «داشتن» و کنترل مطلق بنا شد.

نتیجه‌گیری: از فریب تا روشنگری

شناخت و تمایز میان ظاهر و جوهر، ترانه و خواننده، در سیاست امری حیاتی است. بدون معیارهای بیوفیلی، خطر بازتولید نظام‌های نکروفیلی، حتی با زبان نو، همواره در کمین است. تنها از رهگذر معیارهایی که به زندگی، ارتباط، و تنوع وفادارند، می‌توان راهی به سوی دموکراسی گشود.

واژه‌نامه:

بیوفیلی (زیست‌دوستی)یا (عشق به زدگی) :گرایش به زندگی، رشد، خلاقیت، تنوع و گفت‌وگو.

نکروفیلی (مرگ‌دوستی) یا (عشق به هر چه بیجان است): گرایش به مرگ، سلطه، نظم سخت‌گیرانه، انجماد اجتماعی و حذف دگراندیش.

شیوهٔ داشتن: نگرشی که انسان را با تملک، قدرت و حفظ کنترل تعریف می‌کند.

شیوهٔ بودن: نگرشی که انسان را با تجربهٔ زنده، مشارکت، گفت‌وگو و ارتباط پویا تعریف می‌کند.

»خواننده، نه ترانه»: استعاره‌ای برای ارجحیت شخصیت و نیّت فاعل سیاسی بر محتوای ظاهری گفتارش.

»هر‌چه می‌درخشد، طلا نیست»: هشداری نسبت به فریبندگی ظاهر در عرصهٔ سیاست و ایدئولوژی

منابع:
اریش فروم، داشتن یا بودن؟ بنیادهای روانی جامعه‌ای نو، ترجمهٔ علی‌اصغر مهاجر، تهران: نشر طرح نو، ۱۳۸۳.
میخائیل باختین، واژه در گفت‌وگو، ترجمهٔ فریبا صداقت، تهران: نشر مرکز، ۱۳۹۲.
سخنرانی‌ها و مصاحبه‌های روح‌الله خمینی (نوفل‌لوشاتو، ۱۳۵۷–۱۳۵۸)؛ اسناد رسمی جمهوری اسلامی ایران (قانون اساسی، شورای نگهبان، و …).

هانوفر، ۲۵ مه ۲۰۲۵

https://gholamasad.jimdofree.com/kontakt/

 

(*) داود غلام آزاد پروفسور باز نشسته رشته جامعه شناسی در دانشگاه هانوفر آلمان است. از ایشان نوشته ها و کتب متعددی در زمینه مشکلات دموکراسی در ایران موجود میباشد.

 


متن آلمانی نوشته:

Schein, Stimme, Substanz – Theoretische Klärungen zur Orientierung im politischen Denken

  1. „Der Sänger, nicht der Song“ – Zur Gefahr charismatischer Identifikation

Die Redewendung „Der Sänger, nicht der Song“ bringt ein zentrales Problem politischer Orientierung auf den Punkt: Häufig wird politischen Führungsfiguren mehr Bedeutung beigemessen als dem, was sie tatsächlich sagen oder tun. In dieser Haltung wird die Quelle der Aussage – die Person – über ihren Inhalt gestellt. Diese Form der Identifikation ist besonders gefährlich, wenn sie mit charismatischer Überhöhung einhergeht und somit eine kritische Prüfung des Inhalts verhindert. Im Sinne Michail Bachtins handelt es sich hierbei um ein monologisches Verständnis von Sprache: Das Wort des Führers wird als endgültig und unfehlbar wahrgenommen, während dialogische Auseinandersetzung und kritische Differenz ausgeblendet bleiben.

  1. „Alles, was glänzt, ist kein Gold“ – Über den Unterschied zwischen Schein und Substanz

Diese Redewendung verweist auf die notwendige Unterscheidung zwischen äußerer Erscheinung und innerer Wirklichkeit. Im politischen Denken bedeutet dies, dass nicht alles, was rhetorisch glänzend oder moralisch erhaben erscheint, auch eine lebensdienliche und gerechte Substanz besitzt. Politische Kommunikation kann zur Manipulation werden, wenn sie bloß auf affektive Wirkung zielt, ohne sich am Wohl des Gemeinwesens oder an überprüfbaren Inhalten zu orientieren. Der Glanz des Wortes oder der Inszenierung darf nicht darüber hinwegtäuschen, ob der dahinterliegende Inhalt tatsächlich das Leben der Menschen verbessert oder lediglich bestehende Machtverhältnisse festigt. Dazu braucht man Entscheidungskriterien.

  1. Die Notwendigkeit biophiler Entscheidungskriterien (Erich Fromm)

Erich Fromm unterscheidet in seiner humanistischen Ethik zwischen biophiler und nekrophiler Orientierung. Biophilie bedeutet Liebe zum Leben, zur Entfaltung, zur Freiheit und zur dialogischen Bezogenheit. Entscheidungen, die biophil motiviert sind, richten sich nach den Bedürfnissen lebendiger Menschen und fördern Entfaltung, Würde und kreative Teilnahme.

Eine biophile Politik fragt: Was dient dem Leben? Was ermöglicht Menschen, sich zu entwickeln, Verantwortung zu übernehmen und solidarisch zu handeln? Sie ist gekennzeichnet durch Offenheit, Pluralität und Lernfähigkeit. In einer demokratischen Ordnung ist biophile Orientierung unabdingbar: Nur wenn politische Entscheidungen am realen Leben und an zwischenmenschlicher Verständigung ausgerichtet sind, kann Gemeinsinn entstehen.

  1. Die Gefahr nekrophiler Orientierung im politischen Denken und Handeln

Demgegenüber steht die nekrophile Haltung, die auf Kontrolle, Erstarrung, Machtakkumulation und Systemerhalt um jeden Preis zielt. Nekrophile Politik orientiert sich nicht an lebendiger Vielfalt, sondern an Uniformität, Angst vor Veränderung und der Konservierung bestehender Macht. Sie unterwirft die Lebenswirklichkeit einem abstrakten Systemdenken. Fromm macht deutlich, dass in solchen politischen Kulturen das Leben selbst – in seiner Vielfalt, Spontaneität und Widersprüchlichkeit – als Bedrohung erscheint. Statt Entfaltung herrscht Disziplinierung, statt Beziehung Kontrolle, statt Prozess Erstarrung.

  1. Fromms Seinsweise vs. Habenweise als Grundmuster politischer Orientierung

In Haben oder Sein (۱۹۷۶) beschreibt Fromm zwei fundamentale Existenzweisen:

  • Die Habenweise strebt nach Besitz, Sicherheit, Kontrolle. Wissen wird zu Eigentum, Wahrheit zur Dogmatik, Beziehung zur Herrschaft. Diese Haltung ist tief verwandt mit der nekrophilen Orientierung.
  • Die Seinsweise steht für Lebendigkeit, Prozess, gegenseitige Anerkennung und schöpferische Entfaltung. Sie ist das Fundament biophiler Ethik.

Politisch gedacht heißt das: Systeme, die auf Besitz der Wahrheit, Dogma und Kontrolle beruhen, fördern nekrophile Strukturen. Demokratien, die auf lebendige Teilhabe, Verantwortung und Wandel setzen, benötigen die Seinsweise als innere Grundlage.

  1. Exemplarische Anwendung: Khomeinis Pariser Rhetorik und die Realität nach 1979
  2. a) „Der Sänger, nicht der Song“

Als Khomeini im Exil in Paris öffentlich sprach, zeigte er sich als bescheidener Führer, der Demokratie, Pressefreiheit und Rechte für Frauen und Minderheiten versprach. Seine Aussagen waren oft vage und moderat klingend. Viele Menschen hörten nicht kritisch auf den Inhalt, sondern projizierten ihre Hoffnungen auf die sakralisierte Figur des Sprechers. Die politische Wahrnehmung wurde personifiziert – nicht geprüft. Khomeinis Wort war Gesetz, nicht Dialog. Ein klassisches Beispiel für das Problem: „der Sänger“ wurde zum Träger einer Wahrheit, die sich jeglicher Prüfung entzog.

  1. b) „Alles, was glänzt, ist kein Gold“

Die Pariser Rhetorik klang verheißungsvoll, doch nach der Machtergreifung entfaltete sich eine Realität, die ihr widersprach: autoritäre Strukturen, Zensur, Diskriminierung. Der Glanz der Befreiungsversprechen erwies sich als Fassade. Das politische Denken vieler war auf äußeren Schein fixiert – nicht auf die strukturellen Bedingungen für echte Freiheit. Ohne kritischen Gemeinsinn blieb die Täuschung unwidersprochen.

  1. c) Nekrophile Machtlogik – Die Systemerhaltung als höchstes Gebot

Khomeinis berühmter Satz: „Die Erhaltung des Systems hat absolute Priorität“ (حفظ نظام اوجب واجبات است) zeigt die radikale Verschiebung: Nicht mehr das Leben, nicht die Menschen, sondern ein abstraktes System wurde zum Maßstab. Diese Haltung entspricht genau der nekrophilen Orientierung, die Fromm beschreibt: Entlebte Macht, Systemfetischismus, Opferung des Lebendigen zugunsten der Kontrolle.

  1. d) Vom biophilen Ideal zur nekrophilen Realität

Die revolutionäre Hoffnung war anfangs von biophilen Elementen geprägt: Aufbruch, gemeinsames Ringen um Würde, Teilhabe. Doch nach der Machtübernahme wandelte sich die Orientierung grundlegend: Besitz der Wahrheit, Kontrolle über Sinn und Leben, Ausschluss des Anderen. Das System wurde zum Selbstzweck, das Leben zum Mittel.

Diese Entwicklung lässt sich präzise mit Fromms Konzept der Habenweise erklären: Wahrheit wurde zum Eigentum der Geistlichkeit, Identität zum staatlich kontrollierten Gut, Macht zur sakralen Autorität. Die pluralen Stimmen verstummten – die monologische Struktur erstarrte.

  1. e) Empirische Folgen: Orientierungslosigkeit und Ohnmachtsgefühle in der Bevölkerung

Viele Iranerinnen und Iraner, besonders jene, die sich in der Hoffnung auf eine gerechte Ordnung mobilisiert hatten, sahen sich in der Folge mit einem tiefgreifenden Vertrauensverlust konfrontiert. Das Gefühl, getäuscht worden zu sein, gepaart mit der Erfahrung von Repression, führte zu kollektiver Resignation und Apathie. Die politische Öffentlichkeit erstarrte in Schweigen oder Sarkasmus. Aus den biophilen Hoffnungen wurde nekrophile Angst. Diese tiefenpsychologischen und politisch-kulturellen Langzeitwirkungen sind bis heute spürbar – in der Abkehr von politischem Engagement, in der Sehnsucht nach starken Führerfiguren, in der Sprachlosigkeit gegenüber autoritärer Macht.

Fazit: Die Notwendigkeit lebensfreundlicher Orientierung

Die iranische Erfahrung mit Khomeini ist ein exemplarischer Fall für die Notwendigkeit kritischer politischer Bildung, die:

  • zwischen Stimme und Inhalt unterscheidet,
  • den Schein durch Substanz ersetzt,
  • biophile Kriterien der Lebensdienlichkeit anwendet,
  • und der nekrophilen Logik des Machterhalts entschlossen entgegentritt.

Politisches Denken, das sich dem Leben verpflichtet weiß, muss sich an der Seinsweise orientieren: dialogisch, offen, selbstkritisch, lebendig.

Quelle:

Erich Fromm, Haben oder Sein. Die seelischen Grundlagen einer neuen Gesellschaft, München 1976.
Michail Bachtin, Das Wort im Dialog;

Reden und Interviews Ruhollah Khomeinis (Paris 1978–۱۹۷۹); Dokumente der Islamischen Republik Iran (Verfassung, Guardian Council, etc.).

Hannover, 25.05.2025

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